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Ein Jahr #todaysdoodle

One year of doodling

Vor einem Jahr begann ich zu doodeln; jeden Tag eine Zeichnung.
Ich hatte #todaysdoodle auf Twitter gefunden. Eine Gruppe von Enthusiasten, die jeden Tag eine Zeichnung anfertigten und diese über Twitter der Community präsentierten.

Das gefiel mir und so machte ich mit. Die Auswirkungen waren vielfältig.

Jeden Tag eine Zeichnung

Es kostet schon ganz schön viel Disziplin, etwas wirklich jeden Tag durchzuführen. Ich hatte es schon mit einigen anderen Gewohnheiten probiert. Aber bei keiner anderen ist es mir ein Jahr lang gelungen. Bei #todaysdoodle schon.

Manchmal fiel es ganz schön schwer. Oft wollte mir einfach nichts einfallen. Aber ich bin mit mir selbst diese Verpflichtung eingegangen. Und ich habe es geschafft. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil mir quasi die ganze Welt zuschaute.

One year of doodling
One year of doodling

Und jetzt bin ich schon ein bisschen stolz, es geschafft zu haben.
Vielleicht kann man dieses Konzept auch aufs Lernen anwenden … Irgendwie bin ich ich im Zeichnen dadurch besser geworden. Und ich habe vieles, auch verschiedene Stile ausprobiert.

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Ins Gehirn flüstern – Pädagogik aus neurobiologischer Sicht

Ins Gehirn flüstern – Sketchnote 3

Ins Gehirn flüstern“ – Unter diesem Titel erlebte ich am 9.5.14 einen 40 minütigen Impulsvortrag von Dr. Gregor Kern auf einer DIHK-Bildungs-GmbH-Veranstaltung. Gregor Kern brannte ein Feuerwerk ab, das einen mitriss, aber auch latent überforderte. So viel Information in so kurzer Zeit.

Ins Gehirn flüstern – Sketchnote 1
Ins Gehirn flüstern – Sketchnote 1

Als es nun hieß, dass er am 4.11.15 bei uns in Würzburg ist, um thematisch das Gleiche in einem Ein-Tages-Seminar mit unseren Dozenten zu erarbeiten, fragte ich gleich bei meinem Chef an, ob ich daran teilnehmen dürfe. Und er sagte nicht nur zu, sondern setzte gleich sich selbst und drei weitere Kolleginnen auch noch mit in die Veranstaltung.

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#bcwue15 Das 1. Barcamp Würzburg

Impressionen der Barcamp-Eröffnung
Impressionen der Barcamp-Eröffnung
Impressionen der Barcamp-Eröffnung

Sieben Jahre hat es gedauert von der Idee zur Umsetzung. Sieben Jahre „jemand müsste mal …“, „wäre schon cool, wenn …“. Und am Samstag war es endlich soweit: Das 1. Barcamp Würzburg wurde Realität.

Vogel Startup Werkstatt

Die Vogel Startup Werkstatt ist noch nicht fertig und wurde schon intensiv genutzt. Dies war wahrscheinlich auch mit der Grund, weshalb bereits vor dem offiziellen Check-In um neun Uhr bereits die ersten Kontakte geknüpft wurden. Denn ich war nicht der einzige, der nicht genau wusste, wo er hin musste. Aber gemeinsam fand man relativ schnell den Eingang. Die fehlende Ausschilderung war aber einer der wenigen kleinen Patzer der Organisatoren. Ansonsten war das Ganze super organisiert: Atmosphärische Räume, ein gigantisches Catering und ca. 80 hochmotivierte Leute.

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Kinder richtig erziehen?

Erziehung

Bei der Sozialisation, also beim Hineinwachsen in die Gesellschaft, gibt es verschiedene Komponenten. Eine der wichtigeren dabei ist sicher die Erziehung durch die Eltern. Es gibt viele Ratgeber, wie man „richtig“ erzieht. Wenn man sie sich anschaut, stellt man schnell fest, dass jeder etwas anderes für richtig erklärt, ja, sie sich teilweise sogar komplett widersprechen. Es gibt bei der Erziehung eben keine Patentrezepte. Diese mechanistische Sicht der Erziehung ist überholt; und zwar schon sehr lange. Das Kind ist eben keine Maschine. Und Erziehungsmaßnahme A führt eben nicht automatisch zu Erziehungsergebnis B.

Erziehung
Erziehung

Gute Erziehung

Dennoch gibt es natürlich Grundsätzliches, das man bei der Erziehung berücksichtigen kann und sollte. Kinder benötigen von ihren Eltern eine ausgewogene Dosis an Hilfe und Aufmerksamkeit, um ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten zu entwickeln. Eltern können dabei helfen, dass Kinder ihren Weg im Leben finden und zwischen richtig und falsch unterscheiden lernen. Wenn es von seinen Eltern sicheren Halt und Zuspruch bekommt, hat das Kind die Chance, sich zu einem selbstständigen und selbstbewussten Erwachsenen zu entwickeln.

Übernommene Erziehungsmuster

Viele Eltern übernehmen unbewusst die Erziehungsmuster aus ihrer eigenen Kindheit. Sie erziehen ihre Kinder mit bestimmten Abläufen und Regeln, die ihnen selbst beigebracht wurden. Auf jeden Fall ist es für Eltern ratsam, sich an die Erziehungsmethoden zu erinnern, die sie in ihrer Kindheit selbst als positiv empfunden haben. Viele hilfreiche Informationen, etwa zum Thema gewaltfreie Erziehung, stehen unter bambiona.de, einer ganz gut gemachten Seite rund um Kinder und Erziehung. Dazu gehört auch der Ratschlag für Erziehende, stets Konsequenz zu zeigen. Kinder benötigen keine strenge Erziehung. Viel wichtiger ist eine leitende und helfende Hand, die ihnen den Weg ins Leben weist.

Vorbildrolle der Eltern

Besonders in den ersten Lebensjahren sind Eltern die wichtigsten Bezugspersonen und Vorbilder für ihr Kind. Bereits Kleinkinder ahmen unbewusst Verhaltensweisen ihrer Eltern nach. Ältere Kinder orientieren sich dann bewusst am Verhalten von Vater und Mutter und übernehmen dieses oft. So können sie schnell aggressiv reagieren, wenn sie dies häufig an ihren Eltern beobachten. Deshalb ist es für Erziehende besonders wichtig, sich in Gegenwart ihrer Kinder niemals gehen zu lassen. Sie sollten stets bedenken, dass Kinder besonders aufmerksame und stille Beobachter sind. Um dem Kind ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, sollten Eltern daher nie vor ihm die Fassung verlieren.

Manchmal leichter gesagt als getan. Aber dafür sind wir ja bereits erwachsen.

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Gelassenheit – Seminar mit Dirk Hüther

Gelassenheit Sketchnote 1

Was würde ich tun, wenn ich echt (100 %), wenn ich ohne Angst wäre, mehr Energie hätte, gelassener und selbstbewusster wäre? Das war die Eingangsfragestellung zu Dirks Seminar. Normalerweise bin ich es gewohnt, gemeinsam mit ihm vorne zu stehen und das Seminar zu leiten. Diesmal saß ich als Teilnehmer auf der anderen Seite.

Und das noch nicht einmal freiwillig: Irgendjemand hatte mich auf die Teilnehmerliste geschrieben. Nun gut, nachdem ich für diesen Tag noch keinen Termin im Kalender stehen hatte, dachte ich mir, ich schaue mir das an. Es gibt nichts zu verlieren. Ich kenne viel von dem, was Dirk macht und erzählt. Aber, wenn ich nur einen Tipp mitnehmen kann, dann hat sich der Tag schon gelohnt.

Gelassenheit Sketchnote 1
Gelassenheit Sketchnote 1

So war es dann auch: Ich hörte viel Bekanntes. Aber es hat Spaß gemacht. Den anderen Teilnehmern auch. Zumindest die meiste Zeit. Zwischendurch wurde es aber auch häufiger sehr ruhig. Wir Menschen mögen es nicht unbedingt, wenn man uns an unsere Blockaden oder Ängste heranführt. Aber gerade das brachte einige Aha-Erlebnisse. Ich habe das Gefühl, dass durch das Seminar für einige eine Tür einen Spalt weit geöffnet wurde.

Gelassenheit Sketchnote 2
Gelassenheit Sketchnote 2

Und meinen Tipp nahm ich auch mit, beziehungsweise einen Ansatz, über den ich nachdenken werde. Was ist WIRKLICH wichtig? Zu allem anderen sag einfach „Fuck it!“. (Nicht meine Worte, sondern die von John Parkin.) Gar nicht so leicht, wenn es um Dinge geht, die einem eben auch wichtig sind. Aber genau darin könnte ein Weg liegen, Ballast abzuwerfen, loszulassen, die Hände frei zu bekommen.

Wird mich das gelassener machen? Mein zukünftiges Ich sagt ja. Wir werden sehen. Auf jeden Fall ein guter Seminartag. Und wer mehr von den Inhalten sehen will, kann sich meine zwei Sketchnotes anschauen.

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Warum viele Lernmethoden versagen

Markieren

Eine amerikanische Studie beschäftigte sich mit der Effektivität von Lernmethoden: Von Unterstreichen von Textpassagen, über das Schreiben von Zusammenfassungen bis hin zum Lösen von Aufgaben. Welche Methoden sind beliebt? Und wie effektiv sind sie?

Amerikanische Psychologen bewerteten in einer Studie insgesamt zehn Lernmethoden. Es gibt sicher noch mehr Methoden. Die Forscher beschränkten sich jedoch bewusst, damit die Studie durch ihre Übersichtlichkeit auch praktische Relevanz besitzt. Es fanden bei Lernenden beliebte Methoden Eingang, aber auch solche, bei denen bereits absehbar war, dass sie gut funktionieren. Die Forscher führten keine eigenen Tests durch, sondern stellten vorhandenes Material zusammen.

Gerade die bei Lernern beliebtesten Methoden schnitten jedoch eher schlecht ab:

Markieren
Markieren

Markieren und Unterstreichen

Diese Methode ist bekannt und beliebt. Mit Leuchtmarkern hebt der Lerner die Schlüsselwörter eines Textes hervor. Diese Methode ist leicht einzusetzen und benötigt kaum mehr Zeit als reines Lesen. Bei reinen Faktentexten hilft sie ein wenig, jedoch ist die Eigeninitiative der Lerner gering und es wird häufig viel zu viel angestrichen. Insgesamt empfehlen die Forscher diese Methode nicht.

Zusammenfassungen schreiben

Hierbei ist die eigene Leistung des Lerners deutlich höher als beim Markieren und Unterstreichen. Häufig enthalten die Zusammenfassungen jedoch nicht die Kernaussagen. Das Schreiben von guten Zusammenfassungen ist eine Kunst! Der Aufwand, der zunächst in das richtige Erlernen der Technik gesteckt werden muss, und der Zeitaufwand der Technik selbst rechtfertigt nicht die Ergebnisse.

Zusammenfassungen schreiben
Zusammenfassungen schreiben

Wiederholtes Lesen

62 Prozent der College-Studenten lesen während ihrer Lernphase Texte oder Textabschnitte mehr als einmal. Der erwünschte Erfolg bleibt jedoch meistens aus. Das wiederholte Lesen hat einen Einfluss auf den Lernerfolg. Der Lerneffekt insgesamt ist geringer als bei anderen Lernmethoden und der Zeitaufwand, der für das erneute Lesen nötig ist, steht meist in keinem Verhältnis zum Mehrwert.

Schlüsselwort-Mnemonik

Es gibt sehr viel Material zu dieser Methode. Daher beschränkt sich die vorliegende Studie auf den Einsatz für das Erlernen fremdsprachlicher Vokabeln und das Lernen von Textmaterial. Die Technik besteht darin, sich zu einem zu merkenden Wort ein einprägsames, gedankliches Bild zu machen, das ähnlich wie das Zielwort klingt.

Untersuchungen in realen Situationen erbrachten indifferente Ergebnisse bei verschiedenen Gruppen. Außerdem sei das Konstruieren von geeigneten Schlüsselwörtern und das Erlernen der Technik sehr zeitaufwändig. Daher empfehlen sie auch diese Technik nicht.

Schlüsselbild-Mnemonik
Schlüsselbild-Mnemonik

Bildhaftes Lernen

Beim Bildhaften Lernen stellt man sich zu dem zu lernenden Stoff mentale Bilder vor. Die Methode hat durchaus einen positiven Effekt. Dieser wird jedoch durch reales Aufzeichnen der Bilder gestört. Das Erzeugen von mentalen Bildern ruft einen besseren Lerneffekt hervor, wenn die Texte gehört, statt selbst gelesen werden. Die Ergebnisse mit unterschiedlichsten Lernern sind sehr gemischt. Das Erinnerungsvermögen wird durch diese Methode verbessert, nicht jedoch das Textverständnis. Auch waren die Erfolge stets stark vom zu lernenden Textmaterial abhängig. Die Methode scheint besser bei Texten zu funktionieren, die sich leicht in Bilder umwandeln lassen. Insgesamt empfehlen die Wissenschaftler diese Methode nicht.

Im Mittelfeld lagen die folgenden Methoden:

Erklärung hinterfragen

Bei dieser Methode geht der Lernende mit „Warum-Fragen“ an den Text heran. Dies bewirkt einen hohen Lerneffekt, da durch die Frage bekannte Schemata aufgerufen und das Neue mit Bekanntem verknüpft, oder von ihm abgegrenzt und eingeordnet wird. Die existierenden Studien beziehen sich eher darauf, gelernte Fakten abzurufen, wie gut das Gelernte frei eingebunden wird oder wie hoch der Verständnisgrad ist, wurde bisher kaum untersucht. Auch Ergebnisse über Langzeiteffekte fehlen.

Bisher wurde der Effekt vor allem in Laborumgebung getestet. Für die Technik spricht, dass sie einfach zu erlernen und einzusetzen ist; zumindest beim Lernen von klar begrenztem Faktenwissen. Wird das Lerngebiet umfangreicher und komplexer, ist häufig nicht klar, welche „Warum-Fragen“ sinnvoll zu stellen sind.

Sachverhalte selbst erklären

Die Methode „Sachverhalte selbst erklären“ ist der Methode „Erklärung hinterfragen“ sehr ähnlich. Die Fragestellungen unterscheiden sich. Während „Erklärung hinterfragen“ auf konkrete, beschränkte Sachverhalte eingeht, geht es bei „Sachverhalte selbst erklären“ eher um die größeren Zusammenhänge. Die Methode eignet sich scheinbar für die verschiedensten Materialien: Von mathematischen Themen bis hin zu Textarbeit scheint sie positive Lerneffekte zu erzeugen. Ebenso sind die Ergebnisse positiv über die unterschiedlichen Prüfungsverfahren hinweg: Egal ob Multiple Choice, freies Erinnern, gestütztes Erinnern. Auch hier fehlen Erkenntnisse über Langzeiteffekte. Auch wurde die Brauchbarkeit in realem Umfeld kaum getestet.

Verschachteltes Üben

Beim verschachtelten Üben werden in einer Lernsession verschiedenartige Lerninhalte zusammengefasst, was zunächst bei den einzelnen Lernsessions zu schlechteren Ergebnissen führt. Das verschachtelte Üben kann nicht direkt beginnen. Bevor man mit dem Wechsel von Lernblöcken beim Üben anfangen kann, muss ein gewisses Grundwissen vorhanden sein. Verschachteltes Üben existiert kaum in Reinform, sondern tritt meist in Kombination auftritt. Es scheint bei Themen besser zu funktionieren, die eher konzeptbasiert sind oder mehr Transfer benötigen. Bei reinen Lernthemen schnitt das verschachtelte Üben häufig nicht besser ab als andere Methoden.

Positiv bewertet: Für erfolgversprechend und damit empfehlenswert halten die Forscher lediglich zwei der zehn Methoden:

Lösen von Aufgabenstellungen

Es gibt zahlreiche Untersuchungen zu dieser Lerntechnik. Die Ergebnisse waren durchweg positiv. Das gezielte Lösen von Aufgabenstellungen aktiviert das Gehirn und sorgt für eine Verankerung des Stoffs: Reflexionsfragen, die es häufig am Ende eines Lernkapitels gibt, das immer häufiger zusätzlich angebotene digitale Testmaterial, selbsterstellte Test und besonders Altklausuren. Erhält der Lerner bei den (Selbst)Tests in der Lernphase Feedback über Richtigkeit der gegebenen Antworten, steigert dies den Effekt noch einmal deutlich.

Verteiltes Üben
Verteiltes Üben

Verteiltes Üben

Häufig lernen Schüler und Studenten „auf den letzten Drücker“ und versuchen dann, alles Wissen in kurzer Zeit aufzunehmen. Dass dies nicht effektiv ist dürfte jedem klar sein. Sinnvoller ist, den Lernstoff in kleinere Einheiten aufzuteilen. Und es ist günstiger, längere Pausen – von bis zu mehreren Tagen – zwischen den einzelnen Lernthemen einzulegen. Das größte Problem in der Praxis dürfte sein, dass die Lernmaterialien (in Schulen) selten so aufgebaut sind, dass sie verteiltes Lernen unterstützen. Hierzu müssten bereits in den Büchern Wiederholungsschleifen eingebaut sein.

Insgesamt bewerten die Autoren diese Methode des Lernens als sehr effektiv.

Folgerungen für Lernende, Lehrer und Lernleistungen

Diese Untersuchung soll einen Überblick über Lerntechniken und ihre Nützlichkeit geben. Viele Lerner kennen keine unterschiedlichen Methoden und/oder können ihre Nützlichkeit nicht beurteilen. Daher verwenden sie oft wenig geeignete Methoden.

Auch viele Lehrer kennen diese Methoden nicht. Es herrscht immer noch die Ansicht vor, dass Wissen vermittelt wird. Dass der Lehrer also Wissen hat, das er lediglich von sich geben muss. Aber die Art und Weise, WIE es vermittelt werden soll, wird viel zu wenig beachtet und den Lehrern beigebracht.

Hier sind die Lehrer gefragt, sich selbst weiterzubilden. Sie sollten Schüler immer wieder darauf aufmerksam machen, sie ermuntern, geeignete Lerntechniken anzuwenden. Aber sie sollten sie auch darin anleiten und die Lerntechniken aktiv im Unterricht einsetzen.

Nicht alle Lernmethoden sind für alle Lerner gleichermaßen geeignet. Auch sollten sie sich nicht durch schlechte Bewertungen einzelner Methoden in dieser Studie abschrecken lassen. Nur weil eine Methode „universell betrachtet“ schlecht abgeschnitten hat, bedeutet das nicht, dass sie für einen bestimmten Lerner und für einen bestimmten Sachverhalt auch ungeeignet ist. Dies gilt es jeweils im Einzelfall zu betrachten.

Durch die bewusste Auseinandersetzung mit diesem Thema können Lernende die für sie geeigneten Strategien entwickeln. Diese Studie kann ein guter Ausgangspunkt dafür sein.

[hr]

Die Originalstudie ist über 40 Seiten lang. Meine Übersetzung und Zusammenfassung ist zwar deutlich kürzer, aber immer noch zu lange für einen Blogbeitrag. Bei Interesse habe ich das Dokument jedoch als PDF hinterlegt.

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Von Klausuren und Lernen

Friedrich-Alexander-Universität

Montag, 9.3.15, 13:30 Uhr, Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg. Gebäude der Wirtschaftswissenschaft. Im Gang vor Hörsaal 1.

Es ist ziemlich still. Nachmittags, kurz

vor zwei ist nicht gerade der große Run auf Vorlesungen. Einige leicht ängstlich dreinblickende Menschen drücken sich auf dem Gang vor dem Hörsaal herum. Einige starren vor sich hin. Einige schauen noch einmal in die Unterlagen der Fernuni Hagen.

Auch ich bin da. Ich gehöre eher zu den Starrern. Meine Unterlagen habe ich gar nicht erst dabei. Die werden mir jetzt in der Prüfung auch nichts mehr nützen. Lässige Angespanntheit. Ich mache mir nicht viel Hoffnung, die Prüfung schaffen zu können. Ich hatte mich bewusst dafür entschieden, vor allem auf die Klausur aus Modul 1A zu lernen. Und die lief in der vorangegangenen Woche ganz gut. 1B hatte ich in den Wind geschrieben. Lieber eine sicher schaffen, als dann beide zu verhauen.

Die Metalltür geht auf. Wir dürfen rein. Ein relativ kleiner Hörsaal. Platz für 200 bis 300 Studenten? Ich bin schlecht darin, so etwas abzuschätzen. Wie im Kino die Sitzplätze treppenförmig angeordnet. Wie auch schon in der Woche zuvor freie Platzwahl. Zumindest für alle Nicht-Psychologen. Den Psychologen sind die Plätze mittels roter Zettel zugewiesen. Auch diesmal stellen die Psychologen die deutliche Mehrzahl der Prüflinge.

Auch diesmal wieder unbequeme, gelb lackierte Holzklappsitze und Holzklapptischchen. Egal. Es ist für maximal vier Stunden. Ich suche mir einen Platz mittig, rechts außen. Dann kann man auch mal auf die Toilette, ohne fünf Leute aufscheuchen zu müssen.
Ich richte mich häuslich ein. Wasserflasche. Bananen. Studentenfutter. Schreibzeug. Dann hole ich mir unten bei der Prüfungsaufsicht meine Unterlagen, einen beigen C4-Umschlag mit orangem Streifen, und begebe mich zurück auf meinen Platz. Da ich nichts zu verlieren habe und auch nicht glaube, gewinnen zu können, bin ich ruhig.

Friedrich-Alexander-Universität
Friedrich-Alexander-Universität

Schlusspunkt des Semesters

Dies ist der Schlusspunkt meines ersten Semesters. Es lief ganz anders ab, als ich das erwartet hatte. Viel zu lange hatte ich gebraucht, bis ich endlich meinen Rhythmus gefunden hatte, bis ich wusste, wie ich das Ganze angehen soll. So ein geisteswissenschaftliches Studium ist etwas anderes als ein Design-Studium und noch einmal ganz anders als ein naturwissenschaftliches Studium.

Der erste Knackpunkt war das Verstehen der Texte. Teilweise sind diese in einer schrecklichen Sprache verfasst: Hauptsatz, zig Nebensätze, Einschubsätze, Fußnoten, Verweise. Man weiß am Ende des Satzes nicht mehr, was am Anfang stand. Und dann ständig – größtenteils völlig überflüssige – Fremdwörter. Wissenschaftssprache ist ja in Ordnung, teilweise ist sie sicher auch nötig, um möglichst eindeutig und präzise zu beschreiben. Aber vielfach ist es meines Erachtens einfach das Unvermögen der Autoren, sich klar auszudrücken. Aber egal. So sind nun einmal die Texte. Und die gilt es zu lesen und möglichst zu verstehen.

Für mich fand ich dann ein zweistufiges System: Ich sprach erst alle Skripte komplett als Hörbücher ein. Danach begann ich, die Inhalte herauszuarbeiten, bei den ersten Kapiteln als Mindmaps, später als Sketchnotes; mal mit mehr grafischen Umsetzungen, mal mit weniger.
So verrückt oder übertrieben es auch klingt, nicht nur Zusammenfassungen, sondern die kompletten Skripte zu vertonen, mir hat es extrem geholfen. Beim stillen Lesen schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Ich konnte mich teilweise kaum aufraffen, einen Text durchzulesen. Anders beim Lautlesen. Hier wurde das Lesen zu einem mechanischen Vorgang. Und ich hatte danach etwas quasi Anfassbares in Händen, nämlich eine Audiodatei. Und anhand derer konnte ich genau meinen Fortschritt sichtbar machen. Ein weiterer positiver Effekt war, dass ich diese Audiobooks dann außerhalb meiner offiziellen Lernzeit anhören konnte: Beim Sport, bei längeren Autofahrten. Keine besonders intensive Beschäftigung mit dem Stoff, aber doch immer wieder ein bisschen.
Der zweite Schritt, das Umsetzen in Mindmaps oder Sketchnotes war dann wichtig für das Verständnis. Ich stellte es auch immer wieder beim Anhören der Audiobooks fest. Hatte ich ein Kapitel „grafisch“ umgesetzt, hatte ich den Inhalt verstanden, konnte ich dem Hörbuch viel besser folgen. Es hatte dann nochmal einen sehr hohen Lerneffekt.
Zentrale Passagen, Übersichten, tabellarische Aufstellungen, Definitionen zog ich mir dann immer wieder heraus und schrieb/zeichnete sie auf DIN-A5-große Zettel, die ich überall in der Wohnung aufhängte. Jedes Mal, wenn ich an einem solchen Zettel vorbeikam, schaute ich darauf. So konnte ich im Vorbeigehen einiges mitnehmen, vertiefen, wiederholen.

Diese Lerntechniken waren mir alle schon bekannt. Die Reihenfolge war für mich das Entscheidende. Am Anfang des Semesters schaffte ich es einfach nicht, mich regelmäßig hinzusetzen und zu lernen. Das war der wesentliche Punkt. Ich musste eine Möglichkeit finden, mich regelmäßig hinzusetzen. Und da half mir eben das Hörbucheinsprechen. Das laut Sprechen war deutlich angenehmer als das leise Lesen. Es machte mir dann irgendwann richtig Spaß. Und das ist das entscheidende. Irgendwie muss man es erreichen, dass einem das Lernen, oder ein Teilaspekt davon Spaß macht. Denn dann setzt man sich regelmäßig hin und es es nicht nur eine Qual, man muss sich nicht selbst dahin prügeln. Aber genau dieses „den Spaßfaktor rauskitzeln“ hat einige Zeit bei mir gedauert.

Planung

Weiter war wichtig, eine solide Planung zu machen. Auch das lernte ich im Laufe des Semesters. Anfangs nahm ich mir zu viel vor. Und das Nicht-Schaffen demotivierte mich, so dass ich dann noch weniger schaffte.

Außerdem half es mir, möglichst konkret in der Planung zu sein. „Zehn Seiten“ ist einfach nicht so griffig wie „Teilkapitel 2.1 über Bourdieus“. Auch schrieb ich gegen Ende nicht nur auf, wie viel ich schon geschafft hatte, sondern wie viel ich noch vor mir habe. Gerade als dann die Hälfte überschritten war, hat das unheimlich motiviert. Auch hier war wieder das Sichtbarmachen des Fortschritts wichtig. Ich wollte möglichst viele grüne Haken und möglichst wenig rote Kreuze in meinen Checklisten.

Der nächste Aspekt war dann das gemeinsam Lernen. Ich wollte das gern schon während des Semesters, aber das hat nie geklappt. In der Klausurphase fand ich dann endlich Anschluss. Die Treffen liefen über Skype. Anfangs war ich etwas skeptisch, aber das klappte wirklich super. Kann ich nur empfehlen. Wir trafen uns ein-, zweimal pro Woche ein, zwei Stunden, sprachen ein konkretes Kapitel durch. Später teilten wir es uns auf und jeder stellte dem anderen ein Kapitel vor, das er vorbereitet hatte. Ich weiß, auch das ist absolut nichts Neues. Aber es einfach zu tun half. Hier kommt der soziale Aspekt zum tragen. Man verpflichtet sich jemand anderem und überwindet den inneren Schweinehund.

Ich hatte Glück. Meine Lernpartnerin und ich waren auf einem ähnlichen Niveau; außerdem hat es auch von der Chemie gestimmt. Es machte Spaß. Zwei Faktoren, die man nicht unterschätzen sollte. Zum einen glaube ich, dass die Zweiergruppe eine viel bessere Variante als eine größere Gruppe ist. Zum anderen ist die Sache mit dem Niveau unheimlich wichtig. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und nicht dem anderen demonstriert wie toll wir sind und wie schlecht der andere ist.

YouTube

Ein weiterer Faktor war noch YouTube. Auch das keine neue Erkenntnis. Aber auch hier: Man muss es einfach tun. Es gibt auf YouTube fast alles. Zu den allermeisten Kapiteln im Skript fand ich etwas. Klar sind die Videos nicht erschöpfend. Aber mehr als ein Mal haben sie mir den Einstieg in ein Thema gebracht oder auf ganz einfache Weise erklärt, was im Skript unnötig kompliziert stand.
Zu guter Letzt Stichwort Lernjournal. Ich begann, in einer geschlossenen Gruppe ein Lernjournal zu führen, also aufzuschreiben, was ich für den einzelnen Tag geplant hatte und was tatsächlich passierte. Dies hat zweierlei Effekt: Zum einen musste ich recht genau planen, was ich vorhatte zu lernen. Zum anderen war dort dann zu lesen, was ich tatsächlich gemacht hatte. Allein das hilft schon, den Überblick zu bewahren und zu sehen, wie gut man vorankommt, wo die Schwierigkeiten liegen. Allerdings darf man auch den sozialen Aspekt nicht vergessen. Man hält das nicht für sich allein fest, sondern auch andere schauen darauf, geben unterstützende oder auch mal kritische Kommentare.

Alles in allem fand ich – wenn auch sehr spät – meinen Rhythmus und ich fiebere schon richtig dem neuen Semester entgegen. Jetzt weiß ich, wie es (für mich) geht und ich werde es vom ersten Tag an einsetzen.

Hörsaal 1
Hörsaal 1

Die Klausur beginnt. Ich lese mir einige der Fragen durch und bin erstaunt, auf wie viele mir sofort etwas einfällt. Sollte ich vielleicht doch eine Chance haben? Keine Frage, zu der mir nicht wenigstens ein bisschen was einfällt. Erstaunlich.

Jetzt, drei Wochen später warte ich auf die Ergebnisse, warte auch auf die neuen Skripte. Habe ich beide Klausuren geschafft? Nur eine? Welche Noten werde ich haben. Wir werden sehen. So oder so. Das nächste Semester beginnt und ich bin guter Dinge, es diesmal besser zu machen.

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Halbleiter – die Materialklasse, aus der die (Alb)Träume sind. Physik am Samstag, 7.2.15

Sketchnote PhaS 1

Am letzten Samstag war es wieder einmal so weit. Die Uni Würzburg lud zur Physik am Samstag ein. Laut Professor Vladimir Dyakonov, der die Veranstaltung kommentierte und begleitete, läuft die Veranstaltungsreihe bereits seit 14 Jahren.

Wie Dyakonov nach der Vorlesung betonte, war das, was Professor Batke präsentierte, in etwa der Stoff, den Physikstudenten in einem ganzen Semester vermittelt bekommen. Und so dauerte der Vortrag auch – trotz Überspringen einiger Folien und Weglassen einiger Versuche – über zwei Stunden anstelle der sonst üblichen einen Stunde.

Mir gefiel der Vortrag ganz gut, auch wenn ihm ein wenig „didaktische Reduktion“ sicher gut getan hätte. Funktionsweise, Herstellung und philosophisch-moralische Implikationen von Halbleitern jeweils recht umfassend darzustellen, war einfach eine große sehr Aufgabe.

Ich habe versucht, den knackigen Inhalt einigermaßen in eine Sketchnote zu gießen.

Sketchnote PhaS 1
Sketchnote PhaS 1
Sketchnote PhaS 2
Sketchnote PhaS 2
Sketchnote PhaS 3
Sketchnote PhaS 3
Sketchnote PhaS 4
Sketchnote PhaS 4
Sketchnote PhaS 5
Sketchnote PhaS 5