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Physik am Samstag: Gravitationswellen

Dr. Martin Kamp
Dr. Martin Kamp

Wieder einmal war es soweit: Physik am Samstag an der Uni Würzburg. Thema diesmal: Gravitationswellen-Detektoren. Und es war diesmal endlich wieder einmal eine Veranstaltung, der auch Nicht-Eingeweihte gut folgen konnten. Die letzten Male war das leider anders.

Nun gut. Diesmal ging es auch nicht um die Grundfesten der Physik, sondern eigentlich um intelligente Ingenieurs-Leistungen. Aber immerhin gab es für diese Leistung 2017 den Nobelpreis. Aber alles der Reihe nach.

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Unistudium als Selbstversuch

Ein Skript

Bildungswissenschaft

Ein Studium als Selbstversuch? Ja.

Zunächst einmal: Ich bin wieder Student. Nicht „hauptberuflich“, sondern berufsbegleitend. Seit 1. Oktober 2014 bin ich an der Fernuni Hagen für den Studiengang Bildungswissenschaft eingeschrieben.

Für diejenigen, die den Begriff Bildungswissenschaft nicht so richtig einzuordnen wissen: Im Studium lernen wir, dass sich Ende des 18. Jahrhunderts zunächst die Pädagogik als eigenständige Wissenschaft von der Philosophie emanzipierte. Im 20. Jahrhundert wurde Pädagogik dann vorzugsweise durch „Erziehungswissenschaft“ abgelöst. Wobei Pädagogik rein theoretisch ausgerichtet ist und Erziehungswissenschaft die praktische Anwendung im Fokus hat. Die Bildungswissenschaft schließlich kam in den 1960er Jahren auf und möchte die theoretischen Überlegungen und die praktische Anwendung miteinander vereinen.

Ein Skript
Ein Skript

Warum aber studiere ich noch einmal? Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen wollte ich noch einmal eine Herausforderung auf mich nehmen. Ich wollte mich weiterentwickeln. Der andere Grund ist: Ich lerne gern. In der letzten Zeit konnte ich mir aber immer spontan aussuchen, was mich interessiert, was ich lernen möchte.

Unseren Teilnehmern in den Fachwirt-Lehrgängen geht es anders. Sie haben sich zwar auch grundsätzlich für ihren Lehrgang entschieden, weil sie das Thema interessiert, vielleicht auch, weil sie die Herausforderung reizt; primär aber, weil sie beruflich vorankommen möchten und glauben, dafür einen öffentlich-rechtlichen Abschluss zu benötigen. Und dann sitzen sie im Kurs – oder oft sitzen sie auch nicht – und können sich nicht zum Lernen aufraffen oder sitzen kurz vor der Prüfung da und versuchen sich alles in kürzester Zeit in die Birne zu hämmern. Und dabei könnte es so einfach sein, immer dabei zu sein, permanent zu lernen und dabei vielleicht noch vernünftige Lerntechniken anzuwenden.

Aber das sagt sich so einfach als Außenstehender. Und genau das wollte ich nicht mehr sein: Ein Außenstehender. Dies ist also mein dritter Grund: Ich wollte in die Rolle des Teilnehmers schlüpfen und am eigenen Leib erfahren, was es heißt, plötzlich wieder den Zwang zu verspüren, Dinge lernen zu müssen, die einen zwar prinzipiell interessieren, jedoch vielleicht nicht gerade in diesem Moment, dieser Intensität oder auf die angebotene Art und Weise.

Das Ziel: Master in eEducation

Für das Studium Bildungswissenschaft habe ich mich entschieden, weil ich auf den Masterstudiengang eEducation aufmerksam wurde. Dieses Angebot klang spannend und die Inhalte könnte ich in meiner Arbeit sicher gut einsetzen. Wir verwenden seit drei Jahren MOODLE als Lernplattform. Das Thema geht jedoch nicht so recht voran. Ich erhoffe mir aus diesem Studium interessante Impulse. Zum anderen bieten wir seit diesem Jahr unseren ersten BlendedLearning-Kurs an. Und auch hierfür wäre ein bisschen zusätzlicher Input nicht schlecht. Was man jedoch aus Büchern, Veröffentlichungen und Veranstaltungen herausziehen kann, reicht mir nicht aus. Ich hätte gern etwas mehr „Fundament“.

Überblick über die Bildungswissenschaft
Überblick über die Bildungswissenschaft

Die Veranstaltung, die ich als erstes zu diesem Thema fand, war mir jedoch schlicht zu teuer. Ich suchte nach alternativen Anbietern und stieß auf die Fernuni Hagen, über die ich schon viel Positives gehört hatte. Und dort war dieser Studiengang deutlich günstiger.

Dort wollte man mich jedoch zum Master-Studiengang nicht zulassen. Mein Design-Diplom zählte hierfür nicht, ich müsse schon einen Bachelor in Bildungswissenschaft oder etwas adäquates nachweisen.
Zunächst ärgerte ich mich etwas darüber. Aber warum eigentlich nicht erst einmal sauber die Grundlagen legen?

Ich informierte mich über den Aufbau des Studiengangs Bildungswissenschaft, über Inhalte etc. Und je intensiver ich mich damit auseinander setzte, desto attraktiver erschien er mir. Diese vorsichtige Tuchfühlung mit dem Thema Bachelorstudium war im Juni. Im Juli besprach ich meine Pläne mit meiner Frau und stellte meine Unterlagen zusammen. Ich schrieb mich ein.

Definition von Wissenschaft
Definition von Wissenschaft

Auch das war bereits eine spannende Erfahrung. Auch hier war ich plötzlich auf der anderen Seite. Nicht mehr derjenige, der den Antrag, die Unterlagen prüft, die Zulassung ausspricht, sondern der Antragsteller.
Sicher. Es ist nicht eins zu eins mit unseren Lehrgängen zu vergleichen. Und dennoch kann ich hier viele Erfahrungen für meine tägliche Arbeit sammeln.

Für mindestens drei Jahre bin ich jetzt also Student. Zumindest, wenn ich durchhalte. Elf Module sind zu absolvieren bis zum Abschluss. Die Empfehlung der Hochschule: Zwei Module pro Semester für Vollzeitstudenten, ein Modul pro Semester für Teilzeitstudenten.

Irgendwie hatte ich mich jedoch vertan. – Auch dies eine interessante Erfahrung: Meist können wir nicht verstehen, warum unseren Teilnehmern solche Fehler unterlaufen. „Ist doch alles ganz leicht und verständlich.“ – Und nun habe ich für dieses Semester zwei Module belegt, also das Pensum eines Vollzeitstudenten. Ein Versehen.
Mal sehen, ob ich das durchhalten kann, oder ob ich doch reduzieren muss. Dann allerdings würde das ganze Studium sechs Jahre dauern. Eine verdammt lange Zeit! Also vielleicht doch mehr ein Akt des Unterbewusstseins als ein Versehen?

Was habe ich bisher gemacht?

So, nun bin ich also wieder Student, bin selbst Teilnehmer. Nun ist es nicht mehr nur graue Theorie, sondern Ernst. Und es läuft alles ein wenig anders, als ich es mir vorgenommen hatte. Ich habe mir einen Arbeitsplatz zuhause eingerichtet. Ich habe einen Lernplan erstellt: 1200 Seiten Skript in 20 Wochen durchzuarbeiten, das macht bei 6 Lerntagen die Woche – der Sonntag soll frei bleiben –, 10 Seiten pro Tag. Das ist doch kein Problem. Mit Schnelllesetechnik sind die flott zu lesen. MindMap jedes Abschnittes anlegen, eine Methode, die meiner Lern- und Arbeitsweise entgegen kommt. Und dann Wiederholungen direkt von Anfang an einbauen. Hierfür habe ich mir einen Lernordner angelegt, mit dem ich mir die Wiederholungen organisiere.

Überblick über das erste Semester
Überblick über das erste Semester

Soweit die Theorie. Aber der Stratege weiß: Ein Schlachtplan funktioniert so lange, bis man auf den ersten Feind trifft. So auch bei diesem Plan.

Die Texte sind trocken, in wissenschaftlicher Sprache und ich habe eben doch nicht so viel, an das ich anknüpfen kann, wie ich dachte. Zumindest nicht auf diesem Niveau. So wird das erste Durcharbeiten eher zur Qual als zur Freude. Und die Schnelllesetechnik nützt mir nicht wirklich. Ja, beim ersten Überfliegen – denn ich weiß: erst einen Überblick verschaffen, mit Fragen an den Text herangehen, und erst dann den Text wirklich durcharbeiten – geht es vielleicht etwas schneller. Dies ist jedoch der kleinste Teil der Lernarbeit.

Speedreading ist nicht die Lösung

Und ich muss das Gelesene zumindest weitgehend verstehen, um es dann so aufzeichnen zu können, dass ich es wieder abrufen kann. Komplizierter Satzbau und Fremdwörter sind da nicht gerade hilfreich.

Erziehung, Bildung, Sozialisation
Erziehung, Bildung, Sozialisation

Also wird die Zeit, die ich mich mit den Texten auseinandersetzen muss, länger als geplant. Und nach den ersten zweieinhalb Stunden habe ich nicht die geplanten zehn Seiten geschafft, sondern lediglich fünf. Ein erster Rückschlag.
Am nächsten Tag ergeht es mir nicht viel besser. Ich kämpfe darum, die gleiche Anzahl an Seiten zu schaffen. An Wiederholung ist gar nicht zu denken. So setzt sich eine Misserfolgs-Spirale in Bewegung. Am nächsten Tag komme ich spät von der Arbeit, habe zuhause Verpflichtungen. Ich kann mich erst spät ans Lernen setzen, bin ausgelaugt. Die zweieinhalb Stunden kann ich nicht einhalten. Also schaffe ich nicht einmal die fünf Seiten der Tage zuvor. Jeder Eintrag in meine Tabelle, in der ich meine Fortschritte erfasse, wird zum Misserfolg.

So vergehen einige Tage, bis ich mich gar nicht mehr aufraffen kann, mich zum Lernen hinzusetzen. Ich beobachte das einige Tage. Bin alarmiert. So schaffe ich sicher erst recht nicht, das nötige Pensum durchzuarbeiten. Was ein bisschen hilft, ist der Kontakt über WhatsApp zu meinen neuen Kommilitoninnen, die ich am „StartItUp“-Treffen im Regionalzentrum in Nürnberg kennengelernt habe.

Dennoch: Ich muss eine Strategie entwickeln, wie ich das Problem angehe. Denn ich will das schaffen.

Motivation-Hacking

Wichtig ist, in Bewegung zu bleiben; dran zu bleiben. So bette ich mein Lernvorhaben in ein Set von weiteren Vorhaben ein. Ich nehme mir also nicht weniger, sondern mehr vor. Aber ich verfolge das Erfüllen all dieser Vorhaben täglich. Ich überlege mir für jedes einzelne, wo mögliche Hemmnisse, Ausreden liegen. Ich portioniere sie so – zumindest anfangs –, dass sie lächerlich klein und einfach sind. Ich kann beinahe in jedem Zustand meine Versprechen einhalten; egal ob wach oder müde, motiviert oder ausgelaugt.

Der Grundbegriff Erziehung – Übersicht
Der Grundbegriff Erziehung – Übersicht

Für mein Lernvorhaben heißt das aktuell, dass ich mir keine Seitenzahl mehr vorgenommen habe, sondern eine Zeit. Lächerlich wenig Zeit. Ich habe mich mir selbst gegenüber verpflichtet, jeden Tag eine viertel Stunde zu lernen. Dafür gibt es keine Ausrede. Selbst wenn ich zum Umfallen müde bin. Das kann ich durchführen. Bin ich nicht müde, habe ich mit dem Mini-Ziel, eine viertel Stunde, vor Augen einen lockeren Einstieg und mache dann vielleicht mehr.
Sicher, das reicht bei weitem nicht aus, um den Stoff in der nötigen Zeit zu bewältigen. Aber ich bin in Bewegung geblieben und ich hole mir Erfolgserlebnisse ab.

Gerade war ich auf Dienstreise. Und dennoch schaffte ich diese viertel Stunde täglich; selbst unterwegs.

Die begonnene Misserfolgs-Spirale wird jetzt zur Erfolgsspirale. Wenn ich einen Erfolg nach dem anderen abhole und feiere, werde ich schon bald die Latte ein Stückchen höher legen. Und weiter aufbauen. Ab nächster Woche erhöhe ich auf eine halbe Stunde.

Perspektivenwechsel

Es ist schon seltsam, wieder auf der anderen Seite zu sitzen. Und ich verstehe meine Teilnehmer jetzt deutlich besser. Ich hoffe, ich kann aus diesem Projekt genug Erkenntnisse ziehen, die ich auch an meine Teilnehmer weitergeben kann. Und ich freue mich darauf, spannende, neue Dinge zu lernen.

Der Grundbegriff Erziehung
Der Grundbegriff Erziehung
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Die Insel der Glückseligkeit – Mehr Weiterbildung in Mainfranken

Neue Uni Würzburg

10. April 2013, Würzburg: – Auftaktveranstaltung der Akademie für Weiterbildung.

Die Julius-Maximilian-Universität Würzburg bietet schon seit einigen Jahren verschiedene Weiterbildungen an. Jetzt ruft sie die „Akademie für Weiterbildung“ aus der Taufe, um die Angebote zu bündeln und koordiniert auszubauen. Am Mittwoch, 10.4., wurde die Akademie der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auch wenn das Ganze offiziell unter „Akademische Weiterbildung“ läuft, möchte die Uni Würzburg auch Angebote für Nichtakademiker schaffen.

Der Kanzler der Uni, Dr. Uwe Klug, begrüßte die Gäste. Danach sprachen Dieter Pfister, Präsident der IHK Würzburg-Schweinfurt, Prof. Dr. Andrea Szczesny, Vizepräsidentin der Universität und Dr. Michael Dörflein, Geschäftsführer der Akademie für Weiterbildung.

Dieter Pfister, IHK Würzburg-Schweinfurt
Dieter Pfister, IHK Würzburg-Schweinfurt

Pfister sprach vor allem über die wirtschaftliche Situation. Er betonte zwar die Krise, bezeichnete aber Mainfranken als eine Insel der Glückseligkeit, getragen vom Mittelstand, der nicht nur nach innen gerichtet ist, sondern auch stark international ausgerichtet sei.

Wie nicht anders zu erwarten thematisierte auch er den Fachkräftemangel. Um dieser Misere zu entgehen, versucht sich jetzt der Mittelstand an einer strategischen Personalentwicklung. Und hierzu gehört nun mal auch die berufliche Weiterbildung.

Er hob hervor, dass die IHK Würzburg-Schweinfurt in Sachen Weiterbildung ein starker Partner der Wirtschaft sei. Es gibt mehr als 200 verschiedene berufliche Weiterbildungsangebote, Lehrgänge, Seminare, Kurse.

Der Bedarf an Weiterbildung steigt. Auch an akademischer Weiterbildung. Auch stellte er fest, dass die Bereitschaft sich weiterzubilden höher ist, je höher der bisherige Abschluss ist. Dass Weiterbildung berufsbegleitend angeboten wird, sei immer wichtiger. Dies ist bei der IHK bereits der Fall.

Pfister betonte, dass die Verschränkung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft weiter gestärkt und neue Lehrformen in den Fokus rücken müssen.

Er schloss damit, dass Deutschland und Mainfranken konjunkturell stabil seien, das internationale Umfeld aber nicht.

Prof. Dr. Andrea Szczesny, Vize-Präsidentin der Uni Würzburg
Prof. Dr. Andrea Szczesny, Vize-Präsidentin der Uni Würzburg

Prof. Dr. Andrea Szczesny sprach wenig über die allgemeine wirtschaftliche Situation, sondern fokussierte sich auf die berufliche Weiterbildung an sich. Sie begann mit ihrer Vita: erst eine Bankausbildung, dann Studium BWL, später Professorin und Vizepräsidentin der Uni. Also eine Frau, die sich weitergebildet hat.

Ihr Vortrag war dreigeteilt: Lebenslanges Lernen: Dürfen oder müssen? – Ökonomische Betrachtung beruflicher Weiterbildung – Akademische Weiterbildung

Lebenslanges Lernen. Längst ist es Alltag geworden. Während wir aber heute alle Möglichkeiten für ständiges Lernen haben und auch die Bereitschaft größer ist denn je, so besteht auf der anderen Seite auch eine Verpflichtung zum permanenten Lernen.

Wer sich dem entzieht, kann im beruflichen Umfeld nicht mehr überleben. So ist das lebenslange Lernen also einerseits eine Chance, andererseits auch eine Pflicht geworden. Einer ihrer Kollegen, Benikowski, betont, dass Lernen heutzutage zu stark an beruflicher Verwertbarkeit orientiert sei.

Saarbrücker Formel
Saarbrücker Formel

Im zweiten Teil ihres Vortrags behandelte Szczesny Konzepte beruflicher Weiterbildung und betrachtete diese vor allem unter ökonomischen Aspekten. So stellte sie die Saarbrücker Formel vor, die mathematisch den Wert von Mitarbeiter-Wissen abzubilden versucht. Ein interessanter Bestandteil der Formel ist der so genannte Abschmelzungsfaktor. Er beschreibt, dass Wissen der beruflichen Ausbildung im Laufe der Zeit immer stärker verschwindet und nur teilweise durch Praxiserfahrung ausgeglichen wird. Folge: Das Wissen wird weniger. Es kann nur durch Weiterbildung aufgefangen werden. Dass schwindendes Wissen auch ökonomische Auswirkungen hat, ist selbstverständlich.

Auch für denjenigen, der an Weiterbildung teilnimmt, hat sie ökonomische Auswirkungen. In der Regel steigt das Gehalt.

Frau Szczesny stellte einige Untersuchungsergebnisse vor. Das wahrscheinlich wichtigste: Externe formale Weiterbildung hat den größten Effekt. Sie liegt weit vor internen Maßnahmen, aber auch weit vor unkoordinierten Lernversuchen.

Im letzten Teil ging sie auf akademische Weiterbildung ein. Dies war sozusagen die Vorlage für den nächsten Redner. Die Lehrmethoden an der Uni haben sich geändert. Und die Uni habe einen besonders hohen Anspruch: „Der Wahrheit verpflichtet.“

Dr. Michael Dörflein
Dr. Michael Dörflein

Als letzter Redner des Abends sprach Dr. Michael Dörflein, der Geschäftsführer der Akademie für Weiterbildung. Weiterbildung sei heute anders als früher, sie sei interaktiver, behauptete Dörflein. Außerdem malte er ein eindrucksvolles Szenario: Um 1800 dauerte es ca. 100 Jahre bis sich das Wissen der Menschheit verdoppelte. 2000 verdoppelte es sich alle fünf Jahre. Inzwischen sind wir bei vier Jahren angekommen. Extrapoliert man die Werte, kann man von einer täglichen Wissensverdopplung im Jahr 2050 ausgehen. Und: alle drei bis vier Jahre ist die Hälfte unseres Wissens wieder veraltet. Schlussfolgerung: Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als permanent zu lernen.

Da der Weiterbildungsmarkt bereits voll ist, braucht die neue Akademie eine klare Positionierung. Diese sieht Dörflein im hohen Niveau und den starken Vernetzungsmöglichkeiten der verschiedenen Fakultäten der Universität. Auch zielt er auf hohe Praxisrelevanz ab.

Es gibt bereits einige Weiterbildungsangebote verschiedener Fakultäten der Universität Würzburg. Jedoch waren diese bisher nicht koordiniert. Dies soll sich mit der Akademie für Weiterbildung ändern. Konkrete neue Angebote gibt es bisher jedoch noch wenige.

Interdisziplinär lernen
Interdisziplinär lernen
Abschlüsse
Abschlüsse

Dörflein skizzierte jedoch Möglichkeiten. Er stellte erneut die Interdisziplinarität heraus, welche die Akademie mit der Universität im Hintergrund glaubhaft darstellen kann. Im Weiteren zeigte er die verschiedenen Unterrichtsmöglichkeiten und ihre jeweiligen Abschlüsse, angefangen von 3- bis 4-tägigen Workshops bis hin zu akademischen Graden im Zusammenspiel verschiedener Seminare.

Wichtig ist ihm der intensive Austausch zwischen Lehrendem und Lernendem und die Möglichkeit, die Weiterbildung berufsbegleitend zu organisieren. Hier setzt er auf Vorbereitung durch E-Medien und Präsenzphasen in Blöcken.

Insgesamt ergibt sich ein schlüssiges Bild. Die Akademie kann den regionalen Bildungsmarkt sicher bereichern.

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Das nichtthermische Universum – Physik am Samstag

Detektion auf der Erde?
Max-Scheer-Hörsaal
Max-Scheer-Hörsaal

Gestern besuchte ich wieder einmal „Physik am Samstag“, eine Veranstaltung der Uni Würzburg für Interessierte an Physik. Der trockene Titel „Das nichtthermische Universum“ verhieß nichts Gutes. Dr. Felix Spaniers Vortrag war jedoch bei Weitem nicht so trocken wie ich befürchtet hatte; und das obwohl Spanier theoretischer Physiker ist.
Letztlich passierte jedoch wieder das, was meistens bei dieser Art von Vorträgen passiert. Sie beginnen recht einfach, die Redner schaffen es meist, einen leicht verständlichen Einstieg ins Thema zu finden, dem auch Laien einigermaßen leicht folgen können. Am Anfang werden Beispiele gebracht, die den Inhalt mit unserer alltäglichen Erfahrung verknüpfen. Aber dann wird es schnell recht komplex und es fehlen die Beispiele. Hierbei schlug sich Felix Spanier immer noch sehr gut.

Dr. Felix Spanier
Dr. Felix Spanier

Aber dann geschah doch noch, was meistens passiert: Der rote Faden, der Blick für das Ganze geht verloren. So kann ich jetzt ehrlich gesagt, nicht mehr genau erklären, um was es im Vortrag eigentlich ging. Einige Details konnte ich nachvollziehen und verstehen, aber der große Zusammenhang fehlt mir.

Zunächst erklärte er, was Temperatur ist (Bewegung von Atomen/Molekülen). Dann zeigte er, dass unter diesem Aspekt der Weltraum gar nicht so kalt ist, wie wir immer glauben. Später ging er darauf ein, dass jedoch nicht jede Bewegung der kleinsten Teilchen als Temperatur interpretierbar ist, nämlich wenn sie nicht der Maxwellschen Verteilung folgen. Und im Weltall ist genau dies der Fall. Es greifen hier noch andere Effekte. Und somit kann man das Universum nicht als rein thermisch betrachten, eben als „nichtthermisch“. Und dann ging er auf sein Spezialgebiet ein, Beschleunigungseffekte an Schockfronten. An diesen Schockfronten werden einzelne Teilchen dadurch, dass sie mehrfach die Schockfront passieren, über die Maßen beschleunigt.

Temperatur des Weltraums
Temperatur des Weltraums

Wie man an meiner Zusammenfassung sieht: Details wurden mir klar. Der Zusammenhang fehlt. Und dies ist eine Erkenntnis für mich, die sich auf andere Lernsituationen übertragen lässt. Denn ich befürchte, genau dies geschieht viel zu oft in Klassenräumen. Die Vortragenden sollten mehr Kreativität aufzubringen, den großen Rahmen, den Zusammenhang nachvollziebar aufzubereiten, als sich lediglich um die Details zu kümmern.