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Weiterbildungsatlas: Würzburg Nummer 1 in Deutschland in Sachen Weiterbildung

Schon mehrfach wurde der Weiterbildungsatlas veröffentlicht. In diesem Jahr wurden jedoch nicht nur die Bundesländer, sondern auch die Raumordnungsregionen untersucht. Und gerade bei diesen zeigen sich große Unterschiede. Für Würzburg besonders erfreulich der erste Platz bundesweit. Ein Text von Christine Stricker.

Weiterbildungsatlas: Beratung?
Weiterbildungsatlas: Beratung?

Lebenslanges Lernen ist eine Grundvoraussetzung für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Weiterbildung hilft uns, mit wachsenden Anforderungen im Alltag und der Arbeitswelt Schritt zu halten. Doch wie hoch ist die Teilnahme an den Weiterbildungsmaßnahmen und wie gut nutzen Bundesländer und besonders einzelne Regionen ihr vorhandenes Potenzial? Diese Fragen beantwortet der im September erschienene Weiterbildungsatlas, der von der Bertelsmann Stiftung und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) veröffentlicht wird. Verglichen wurden die Teilnahmequote, die Potenzialausnutzung und das Weiterbildungsangebot auf Bundesebene und erstmalig auch auf Ebene der 96 Raumordnungsregionen. Die Datengrundlage dafür bildet der jährliche Mikrozensus zwischen den Jahren 2007 bis 2012.

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Halbleiter – die Materialklasse, aus der die (Alb)Träume sind. Physik am Samstag, 7.2.15

Am letzten Samstag war es wieder einmal so weit. Die Uni Würzburg lud zur Physik am Samstag ein. Laut Professor Vladimir Dyakonov, der die Veranstaltung kommentierte und begleitete, läuft die Veranstaltungsreihe bereits seit 14 Jahren.

Wie Dyakonov nach der Vorlesung betonte, war das, was Professor Batke präsentierte, in etwa der Stoff, den Physikstudenten in einem ganzen Semester vermittelt bekommen. Und so dauerte der Vortrag auch – trotz Überspringen einiger Folien und Weglassen einiger Versuche – über zwei Stunden anstelle der sonst üblichen einen Stunde.

Mir gefiel der Vortrag ganz gut, auch wenn ihm ein wenig „didaktische Reduktion“ sicher gut getan hätte. Funktionsweise, Herstellung und philosophisch-moralische Implikationen von Halbleitern jeweils recht umfassend darzustellen, war einfach eine große sehr Aufgabe.

Ich habe versucht, den knackigen Inhalt einigermaßen in eine Sketchnote zu gießen.

Sketchnote PhaS 1
Sketchnote PhaS 1
Sketchnote PhaS 2
Sketchnote PhaS 2
Sketchnote PhaS 3
Sketchnote PhaS 3
Sketchnote PhaS 4
Sketchnote PhaS 4
Sketchnote PhaS 5
Sketchnote PhaS 5
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Lernen und Kreativität

Lernen und Kreativität

Unser Verständnis von Lernen hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Viele Aspekte wurden zwar bereits früher erkannt, allerdings werden sie heute differenzierter betrachtet. Zusammenhänge, die vorher lediglich vermutet wurden, werden nun durch die Hirnforschung wissenschaftlich belegt. Sei es der Einfluss von Emotionen auf unser Lernverhalten, oder die Wirkungsweise von Wiederholungen; auch das Thema, wie Wissen eigentlich in uns entsteht. Während man früher eher davon ausging, dass Wissen von einem auf einen anderen übertragen werden könne, indem der Lehrende sie „richtig“ vermittelt, dass also die Aufnahme des Wissens der entscheidende Punkt ist, sind heute die meisten Wissenschaftler davon überzeugt, dass Wissen im Kopf des Lernenden grundsätzlich neu konstruiert werden muss.

Konstruktivismus

Daher entstand auch der Begriff „Konstruktivismus“ im Zusammenhang mit Lernen. Wobei es nicht „den“ Konstruktivismus gibt. Auch hier haben sich inzwischen verschiedene Richtungen herausgebildet. Einen Link auf einen sehr interessanten – wenn auch recht langen – Artikel hierzu habe ich am Ende dieses Beitrags in die Linksammlung aufgenommen.

Gemeinsam ist jedoch den verschiedenen Richtungen, dass neues Wissen nicht einfach aufgenommen werden kann. Es muss mit Bekanntem, mit Vorhandenem in Verbindung gebracht und konstruiert werden. Vera F. Birkenbihl hat hierzu das Bild des Wissensnetzes geprägt, in das sich neue Informationen einhaken und so das Netz erweitern. Die zuvor fremden Informationen werden zu eigenen Informationen, das fremde Wissen zu eigenem. Es wird nicht übertragen, sondern entsteht neu – in ganz eigener Weise.

Was ist Kreativität?

Dieses Neu Entstehen finde ich spannend. Denn neu entstehen, neu schaffen ist ja auch der zentrale Aspekt bei der Kreativität. Jeder von uns hat seine eigene Idee darüber, was Kreativität ist. Und auch die Wissenschaftler sind sich da alles andere als einig. Ich will die unterschiedlichen Interpretationen hier nicht weiter vertiefen.

Am Ende dieses Artikels gibt es zwei Links zu diesem Thema. Der Blog Co&lumbus hat sehr schön verschiedene Definitionen von Kreativität aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen. Und auch der Artikel aus der FAZ zeigt (ebenfalls der Link dazu am Ende des Textes), dass wir weder eine allgemein gültige Definition besitzen, noch die Wissenschaftler genau wissen, was bei der Kreativität in unseren Gehirnen wirklich passiert. Sind wir alle prinzipiell gleich kreativ? Oder gibt es anatomische Unterschiede? Verändert die Kreativität unser Gehirn, oder haben wir unterschiedliche Gehirne, die uns mehr oder weniger kreativ sein lassen?

Design Thinking

Schließlich gibt es auch Trainer, die sagen, dass Kreativität lernbar ist. Es gibt erlernbare Techniken, mit denen jeder kreative Einfälle produzieren kann.

Dass Kreativität und Innovation produzierbar und handhabbar gemacht werden, ist auch der Ausgangspunkt für Design Thinking. Es gibt sogar Ansätze, nach denen Design Thinking für die Erziehung und Bildung nutzbar gemacht werden soll. IDEO entwickelte eigens ein Toolkit („Design Thinking for Educators“), um Erzieher, aber auch Schüler mit dem Thema Design Thinking zusammen zu bringen.

Viele Wissenschaftler sagen, dass unser Gehirn eher in Bildern (und Gefühlen) denkt; und zwar unabhängig vom Lerntyp. Kein Wunder also, dass beim Verstehen, aber auch beim Abspeichern, Methoden, welche mit grafischen Elementen arbeiten, hilfreich sind: Sketchnotes, MindMaps oder die KAWAs und KAGAs von Vera Birkenbihl.

Lernen und Kreativität
Lernen und Kreativität

Und bei diesen Methoden entstehen sofort wieder Assoziationen zur Kreativität. Denn häufig halten wir im Alltag jemanden, der Bilder und Grafiken erstellt, für kreativ. Und es stimmt ja auch: Wenn jemand ein Bild zeichnet, eine Skizze anfertigt, wird er selbst tätig, erschafft etwas. Und erschaffen ist Kreativität. Hilft also Kreativität beim Lernen? Ist Lernen Kreativität?

Interessanterweise scheint dieses Selbstgemachte auch nicht nur demjenigen zu helfen, der es selbst macht. Vergleicht man die hingekritzelten Erklärungen von Jörn Loviscach oder Marius Ebert mit perfekt gemachten Erklärvideos, so haben die handgemachten, nicht perfekten, erdigen, die Nase vorn. Ihre Erklärungen bleiben deutlich besser bei den Betrachtern im Gedächtnis, als die glatten und professionellen Filme. Dieses Selbstgemachte scheint unseren Gehirnen also weitaus mehr zu liegen. Auch scheint es wichtig, den Entstehungsprozess direkt mitverfolgen zu können.

Musik

Ein weiterer Bereich, der immer wieder mit Kreativität assoziiert wird, ist die Musik. Wir halten Musiker und Komponisten für kreative Menschen. Und ich denke, zu recht. Komponisten erschaffen neue Werke, schaffen Neues. Aber auch Musiker. Live gemachte Musik entsteht immer wieder neu, ist immer wieder anders. Sie entsteht im jeweiligen Augenblick. Und ein weiterer wichtiger Faktor: Musik erzeugt unmittelbar Gefühle.

Nun sagt die Hirnforschung, dass das Lernen eines Instrumentes viele positive Auswirkungen auf unser Denkorgan hat. Es erhält ihm die Flexibilität. Es hält unser Gehirn gewissermaßen jünger und denkfähiger. Und das Instrumentlernen hilft uns auch dabei, andere Dinge, die überhaupt nichts mit Musik zu tun haben, besser zu lernen.

Waren unsere Vorfahren also schlauer als wir, weil sie die Verbindung zwischen künstlerischer Ausbildung und (wissenschaftlichem) Wissen förderten? So war es zum Beispiel im Humanismus genauso wichtig, Instrumente und Sprachen zu beherrschen, zeichnen oder malen zu können, wie Kenntnisse in Mathematik, Physik und Geschichte. Dies zieht sich auch durch die englische Erziehung zum Gentleman.

Ich denke jedoch, dass dieses „sich gegenseitig befruchten“ der musischen mit den wissenschaftlichen Fächern eher ein Nebenprodukt war. Vielmehr war es das Nacheifern des antiken Ideals, was die Menschen bewegte. Es war geprägt durch das Menschenbild, das kulturelle Ideal. Und dennoch hat die Beschäftigung mit den musischen Disziplinen sicher beim Begreifen der anderen Disziplinen geholfen. Allerdings betraf diese Form der Bildung auch nur eine relativ kleine, gehobene Schicht. Arbeiter und Bauern konnten sich diesen Luxus nicht leisten; und sollten ihn sich auch gar nicht leisten können.

Kunst und Wissenschaft

In neuerer Zeit versucht man sich wieder daran, Kunst und Wissenschaft zu verbinden, man möchte die Kunst anzapfen und für die Wissenschaft nutzbar machen. Man sieht hier weniger den Aspekt des besseren Lernens, als vielmehr den Nutzen der Kreativität, um Innovationen hervorzubringen. Durchaus legitim. Wenngleich gute Wissenschaftler schon immer sehr kreative Köpfe waren. Wissenschaftler wurden nie dadurch bekannt, dass sie besonders viele Fakten wussten, sondern dadurch, dass sie die Wissenschaft durch neue Gedanken und Ideen voranbrachten, oder gar die Welt veränderten.

Interessant finde ich, dass man trotz all dieser Kenntnisse, dies nicht in dem Bereich nutzt, in dem unser Nachwuchs trainiert wird: In den Schulen. Nicht nur, dass nur ganz selten die Verbindung zwischen künstlerischen und anderen Fächern gesucht wird, um Lernprozesse zu verbessern. Nein. Im Gegenteil. Viele belächeln Musik und Kunst als so genannte weiche Schulfächer und würden diese am liebsten als unnütz und unproduktiv gleich ganz aus dem Lehrplan eliminieren oder sie zumindest als erste opfern, wenn es darum geht zu straffen und Stunden einzusparen. Wahrscheinlich sind aber genau die Eltern, die so etwas fordern, diejenigen, die ihrem Kind schon im Mutterleib Mozart vorgespielt haben, weil sie gehört haben, dass dies die Intelligenz steigert.

Trotz allem gibt es immer wieder vielversprechende Ansätze, bei denen genau diese Verbindung zwischen künstlerischer Betätigung und normaler Lehre gesucht wird. Ein Beispiel mag ein Projekt von Prof. Dr. Ingeborg Schüßler sein, in dem sie mit ihren Studenten die Grundlagen von Pädagogik erarbeitetete, indem sie die Studierenden nicht nur gärtnerisch, sondern auch schriftstellerisch oder malend das Thema von verschiedenen Seiten erarbeiten und reflektieren ließ.

Ich hoffe, dass auch andere diese Ideen aufgreifen, denn ich denke, hierin steckt noch ein riesiges Potential, das vielen helfen könnte, nicht nur leichter, intensiver und nachhaltiger zu lernen, sondern auch spannende, wertvolle Innovationen zu kreieren. Für mich jedenfalls ist diese Verbindung zwischen Kreativität und Lernen spannend. Sie wird mich wohl mein Leben lang begleiten.

Links zum Thema:

Werner Stangl, Lernpsychologe, über die konstruktivistischen Lerntheorien

FAZ-Artikel zum Thema Kreativität

Co&lumbus: Versuch einer Definition von Kreativität

IDEOs Toolkit „Design Thinking for Educators“

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Das nichtthermische Universum – Physik am Samstag

Detektion auf der Erde?
Max-Scheer-Hörsaal
Max-Scheer-Hörsaal

Gestern besuchte ich wieder einmal „Physik am Samstag“, eine Veranstaltung der Uni Würzburg für Interessierte an Physik. Der trockene Titel „Das nichtthermische Universum“ verhieß nichts Gutes. Dr. Felix Spaniers Vortrag war jedoch bei Weitem nicht so trocken wie ich befürchtet hatte; und das obwohl Spanier theoretischer Physiker ist.
Letztlich passierte jedoch wieder das, was meistens bei dieser Art von Vorträgen passiert. Sie beginnen recht einfach, die Redner schaffen es meist, einen leicht verständlichen Einstieg ins Thema zu finden, dem auch Laien einigermaßen leicht folgen können. Am Anfang werden Beispiele gebracht, die den Inhalt mit unserer alltäglichen Erfahrung verknüpfen. Aber dann wird es schnell recht komplex und es fehlen die Beispiele. Hierbei schlug sich Felix Spanier immer noch sehr gut.

Dr. Felix Spanier
Dr. Felix Spanier

Aber dann geschah doch noch, was meistens passiert: Der rote Faden, der Blick für das Ganze geht verloren. So kann ich jetzt ehrlich gesagt, nicht mehr genau erklären, um was es im Vortrag eigentlich ging. Einige Details konnte ich nachvollziehen und verstehen, aber der große Zusammenhang fehlt mir.

Zunächst erklärte er, was Temperatur ist (Bewegung von Atomen/Molekülen). Dann zeigte er, dass unter diesem Aspekt der Weltraum gar nicht so kalt ist, wie wir immer glauben. Später ging er darauf ein, dass jedoch nicht jede Bewegung der kleinsten Teilchen als Temperatur interpretierbar ist, nämlich wenn sie nicht der Maxwellschen Verteilung folgen. Und im Weltall ist genau dies der Fall. Es greifen hier noch andere Effekte. Und somit kann man das Universum nicht als rein thermisch betrachten, eben als „nichtthermisch“. Und dann ging er auf sein Spezialgebiet ein, Beschleunigungseffekte an Schockfronten. An diesen Schockfronten werden einzelne Teilchen dadurch, dass sie mehrfach die Schockfront passieren, über die Maßen beschleunigt.

Temperatur des Weltraums
Temperatur des Weltraums

Wie man an meiner Zusammenfassung sieht: Details wurden mir klar. Der Zusammenhang fehlt. Und dies ist eine Erkenntnis für mich, die sich auf andere Lernsituationen übertragen lässt. Denn ich befürchte, genau dies geschieht viel zu oft in Klassenräumen. Die Vortragenden sollten mehr Kreativität aufzubringen, den großen Rahmen, den Zusammenhang nachvollziebar aufzubereiten, als sich lediglich um die Details zu kümmern.