EduCamp Leipzig #ecle16 – Memory Overflow

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Zweieinhalb Tage EduCamp. Ich bin immer noch ganz platt. Ich habe viele neue interessante Menschen kennengelernt. Und so vielfältig wie die Teilgeber, waren auch die Themen der Sessions: Aktive Workshops. Vortragsformate. Diskussionen. Digitalisierung. Digitalisierungskritik. Völlig Analoges.

Ein bisschen schade ist ja immer, dass man nicht an allem teilnehmen kann. Aber auch das gehört zum Reiz eines BarCamps.

Ich berichte einfach ein wenig über die Sessions, an denen ich teilgenommen habe. Ich denke, bereits daraus kann man ganz gut die Vielfalt erkennen.

EduCamp Twitter

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EduCamp – Tag 0

Workshop Lernvideos. Leider nicht wirklich ein Workshop. Ich hatte gehofft, dass wir etwas erstellen, Tools ausprobieren. Das Ganze war eher ein Vortrag. Dennoch konnte ich einiges Interessantes mitnehmen.
Abends dann Get Together im Westwerk. Wie in meinen Studentenzeiten. Ein abgefuckter Industriebau, in dem Künstler und Nerds untergekommen sind. Kennenlernen. Hashtag-Bingo. Veganes Essen. Quartiermeister-Bier. Und jede Menge anregende Gespräche.

 

EduCamp – 01 Newbie-Session

01 Newbie-Session

EduCamp – Tag 1

Check in. Dann die erste Session; die einzig Vorgeplante: Die Newbie-Session. Da es mein erstes EduCamp ist, nehme ich teil und erfahre ein bisschen was über die Hintergründe. Das für mich Wichtigste habe ich in einer Sketchnote zusammengefasst.

Dann großes Plenum in der Unibibliothek Albertina, einem hochehrenwerten und beeindruckendem Bau. Ca. 80 bis 90 EduCamper. Wahnsinnig viele, die eine Session anbieten.

 

Das Beste aus zwei Welten

02 Zwei-Welten-Session

02 Zwei-Welten-Session

Meine erste Session: „Das Beste aus zwei Welten – Die gelungene Verbindung von online und offline“ von Martina Eberl und Stefanie Quade. Die beiden arbeiten an der HWR Berlin und stellen gerade einen Studiengang auf Blended Learning um. Die beiden treiben vor allem zwei Fragen um: „Wie kann man während der Online-Phase die Motivation der Teilnehmer aufrecht erhalten?“ und „Wie kann man den Online- und Offline-Teil gut miteinander verzahnen?“. Eine der Ideen für das zweite Problem ist, dass online einiges nur bearbeitbar ist, wenn man an der Präsenzveranstaltung teilgenommen hat.

Der Austausch in der Session klappt gut. Die beiden stellen dar, was sie bisher machen, sind aber auch sehr interessiert an den Meinungen und Ideen der Teilnehmer. Und auch ich nehme einige Einsichten mit für unsere Blended-Learning-Lehrgänge.

Wen das Projekt näher interessiert: [http://blog.hwr-berlin.de/elerner/2015/11/18/das-beste-aus-zwei-welten-blendit/]

 

Erste Schritte im Change

03 Change-Session

03 Change-Session

Der Titel von Markus Doerrs Session führte mich erst ein bisschen aufs Glatteis. Ich hatte erwartet, dass der Schwerpunkt auf den Change-Prozessen beim Einführen neuer Unterrichtskonzepte geht. Aber so ist das bei einem BarCamp. Manche Sessions entwickeln sich bei der Durchführung in eine eigene Richtung. Aber es ist spannend.

Er berichtet, was sie in seiner Schule vorhaben. Ein Team von 16 Lehrern hat sich zusammengefunden und will den Unterricht neu gestalten. Es bleibt mehr bei der Darstellung des Projekts. Aber dann wird doch noch über Change diskutiert. Einige Teilnehmer bringen Ideen ein, die Markus sicher helfen werden, den Übergang besser hinzubekommen.

Und ich bin doch erstaunt, dass es in unserem starren Schulsystem einige Projekte gibt, die neue Wege gehen. Und tatsächlich gibt es Lehrer, die etwas verändern wollen und aktiv darauf hinarbeiten. Und es gibt tatsächlich Schulleiter, die das unterstützen.

 

Visualisierung

04 Visualisierung-Session

04 Visualisierung-Session

Susannes Kitlinskis Session ist eine Mischung aus Vortrag und Workshop. Die Grundlagen von Sketchnoting und visuellen Notizen sind mir durchaus vertraut. Aber sie gibt einen schönen Einstieg ins Thema. Alle Teilnehmer doodeln fleißig mit.

Schön finde ich auch ihren Ansatz, Doodles, Zeichnungen, Icons für die Kommunikation mit Flüchtlingen einzusetzen. Dort, wo gesprochene Sprache versagt, helfen manchmal Bilder weiter. Es scheint zu funktionieren. Zumindest hat sie es schon oft erfolgreich eingesetzt.

 

Was ist Bildung 4.0?

Zu dieser Session komme ich deutlich zu spät, da ich vorher in einer anderen Session war, die ich aber verließ. Die Diskussion ist voll im Gange. Und zwar nicht nur im Raum selbst, sondern auch übers Internet. Anja Wagner und Ellen Trude sind per Hangout zugeschaltet. Meines Wissens ist diese Diskussion sozusagen zeitgleich ein Angebot der Veranstaltung Arbeit 4.0.

Kern ist das Thema, ob Bildung Allgemeinbildung sein sollte oder Vorbereitung auf das Arbeitsleben sowie, ob die Wirtschaft zu viel Einfluss auf die Bildung nimmt.

 

Digitale Bildung

05 Digitale-Bildung-Session

05 Digitale-Bildung-Session

Sonja Hartmann und Michael Toepel stellen kurz das Buch „Die digitale Bildungsrevolution“ von Jörg Dräger vor. Dräger zeichnet ein überwiegend positives Bild dessen, was gerade in Amerika, vor allem an den „Schools of one“ geschieht: Quasi eine Übernahme des Unterrichts durch den Computer. Jeder Schüler wird durch einen Computer unterrichtet. Er hat einen persönlichen Lernplan; die Inhalte werden durch verschiedene Methoden angeboten. Die Noten der Schüler wurden dadurch in kurzer Zeit signifikant besser.

Das klingt auch zunächst faszinierend. Jedoch wird weder die Frage danach gestellt, ob die vermittelten Inhalte sinnvoll sind, noch ob bessere Noten heißen, dass Schüler Zusammenhänge wirklich besser gelernt haben. Eine sehr engagierte Diskussion entbrennt. Michael kündigt an, dass er mit einigen Kollegen auf dem Kongress „EduAction“ in Mannheim/Heidelberg ein BarCamp veranstalten wird, in dem dieses Thema noch einmal aufgegriffen wird.

 

Medienkompetenz. Was?

06 Medienkompetenz-Session

06 Medienkompetenz-Session

Die letzte Session des ersten Tages. Florian Bögner interessiert, wie die Anwesenden Medienkompetenz definieren. Die Aussagen beginnen bei rein digitalen Kompetenzen und werden reihum dann immer analoger. Großer Diskussionspunkt ist die Tiefe von Kompetenzen. Müssen wir über möglichst viel Bescheid wissen? Oder müssen wir auch ein tiefes Wissen besitzen, um medienkompetent zu sein? Müssen wir also z.B. auch Ahnung von Programmierung haben?

 

 

SubLab, Phantomspeisung und Impro-Theater

Zweiter Abend im SubLab. Das vegane Essen heute versucht für meinen Geschmack zu sehr, Fleisch nachzuahmen. Aber egal. Wichtig sind die guten Gespräche, die angeregt fortgeführt werden. Später tritt 4 Volt, eine Impro-Theater-Gruppe auf. Sie sind wirklich klasse.

 

EduCamp – Tag 2

Die Zahl der EduCamper ist drastisch gesunken. Von den 80 bis 90 des ersten Tages sind noch 27 übrig. Das Vorschlagen neuer Sessions beginnt erst etwas zäh. Aber mit einem Schlag gibt es auch für den zweiten Tag wieder jede Menge spannende Themen. Eben ein „Luxus-Tag“, wie die Organisatoren sagen.

 

Lobbyismus in Schulen

07 Lobbyismus-Session

07 Lobbyismus-Session

Ein heißes Thema, das Ralf Scheppler und Paul Wege präsentieren. Sehr fundiert zeigen sie auf, wie Wirtschaft – größtenteils unbemerkt – bereits Schüler beeinflussen. Von Unternehmen gestaltetes Unterrichtsmaterial wird ungeprüft und unreflektiert häufig von Lehrern eingesetzt.

 

 

Design Thinking at School

08 Design-Thinking-Session

08 Design-Thinking-Session

Michael Metzger hat nach seinem Anthropologie-Studium noch zwei Semester Design Thinking an der d.school Potsdam draufgesetzt. Er stellt in seiner Session Design Thinking kurz und knackig vor. Ein Deja vú für mich. Lange hatte ich nichts mehr damit zu tun. Inzwischen ist es jedoch überall angekommen.

Ich hatte erwartet, dass das Thema, wie Design Thinking im Schul-Kontext eingesetzt werden kann, stärker thematisiert wird. Aber dafür blieb nicht mehr allzu viel Zeit. Aber einen kleinen Eindruck konnte ich doch mitnehmen.

 

Pecha Kucha

09 Pecha-Kucha-Session

09 Pecha-Kucha-Session

Das Format Pecha Kucha kannte ich schon. Allerdings habe ich diese Präsentationsform noch nie live gesehen. André Hermes stellt es unterhaltsam dar und lässt auch einfließen, wie er es im Unterricht einsetzt. Danach gibt es einen Workshop dazu. Es ist wirklich anspruchsvoll, dass alles in 45 Minuten zu packen. Und so überziehen wir leicht. Aber: Wir haben am Ende eine (halbe) Pecha-Kucha-Präsentation und halten sie gemeinsam. Und ich finde, dafür, dass sie unter extremem Zeitdruck entstanden ist, ist sie wirklich gut geworden.

 

Verabschiedung und Aufräumen

Das EduCamp ist zu Ende. Die Anspannung fällt von den Organisatoren ab. Wir stehen im Foyer der Uni zusammen. Quatschen. Räumen auf. Zweieinhalb intensive Tage gehen zu Ende.

Mein Fazit: Jederzeit wieder! Es ist sehr inspirierend. Viele neue, interessante Kontakte, viele interessante Themen. Der Kopf ist voll. Aber es fühlt sich gut an.

Auf Wiedersehen, Leipzig! Danke ans Orga-Team!
Für all diejenigen, die über meine Sketchnotes hinaus noch etwas nachlesen möchten – vor allem über die Sessions, an denen ich nicht teilgenommen habe –, die Sessions wurden in Etherpads dokumentiert:

[https://ecle16.educamps.org]

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2 Responses to “EduCamp Leipzig #ecle16 – Memory Overflow”

  1. Elke Says:

    Das liest sich alles sehr spannend. Ich wäre gern dabei gewesen, habe leider nichts davon gewusst. Ich bin in der Arbeit mit den neuen Medien oft noch recht allein an meiner Schule. Videokonferenzen in meinem Russischunterricht sind schon Routine, ich bastel auch schon erste eigene Filme für den Unterricht – bin also auf dem Weg zu flipped classroom. Apps und Web-Angebote werden definitiv ausprobiert und in den Unterricht integriert. Zum Glück habe ich Internet in meinem Fachraum und die Kinder können sich mit ihren eigenen Geräten (Smartphones, Tablet, Notebook) ins Schulnetz einwählen.
    Bitte informiert mich, wenn in der Nähe wieder so etwas stattfindet.
    Herzliche Grüße
    Elke K.

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  1. #ecle16 – Euer Feedback gefragt! – EduCamp Leipzig 2016 - 20. April 2016

    […] @pepsschmitt hat einige der Sessions und seine Eindrücke wunderschön als sketchnotes zusammengefasst. […]

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