Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

Zeit für Gedanken

Bob Blume Lesen. Schreiben.

Eher Gedanken als eine Rezension zu „Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander.“ von Bob Blume.

Wir alle haben Vorurteile. Nicht alle werden bestätigt.

Bob Blume. Im Klappentext wird er als Bildungsaktivist beschrieben, in den Sozialen Medien als Netzlehrer bekannt. Ich war noch nie über ihn gestolpert und das, obwohl ich mich seit einigen Jahren mit Bildung beschäftige. Allerdings gingen für mich bereits vor einigen Jahren Bildung und soziale Medien getrennte Wege. Klar, Bildung muss mit der Zeit gehen, sollte gerade die jungen Menschen erreichen. Also sind soziale Medien der vermeintlich logische Schritt.

Zeit für Gedanken weiterlesen
Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

Selbstorganisiertes Lernen mit Generativer KI – Chancen und Grenzen

Buch "Selbstorganisiertes Lernen mit Generativer KI"

Buchrezension zum Titel von Sauter & Stoller-Schai

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit sehr praktisch damit, wie Lernen mit KI im Alltag funktioniert. Dazu habe ich eigene Workflows ausprobiert, Prompt-Varianten getestet, Fehler gemacht, dazugelernt – und darüber bereits einen Blogartikel geschrieben. Als mir Selbstorganisiertes Lernen mit Generativer KI in die Hände fiel, war ich entsprechend neugierig: Gibt mir das Buch neue Anstöße? Bestätigt es meine Erfahrungen – oder rückt es sie zurecht?

Selbstorganisiertes Lernen mit Generativer KI – Chancen und Grenzen weiterlesen
Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

Schlauberger – Lernen neu gedacht

Kartenspiel der Schlauberger

Wenn Kinder mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben, setzen Elena und Matthias mit ihrer Arbeit an. Seit der Gründung des Schlauberger-Instituts für Lerntherapie vor eineinhalb Jahren verfolgen sie einen Ansatz, der weit über die reine Wissensvermittlung hinausgeht. In einem inspirierenden Gespräch berichteten sie von ihrer Philosophie, ihren Methoden und ihren Visionen für die Zukunft. Dabei wurde schnell klar: Bildung ist für sie nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Als Lerntherapeuten entwickeln sie innovative Wege, um Kindern mit Lernproblemen effektiv zu helfen. Ein zentrales Element sind die selbst entwickelten Lernspiele, die als Kartenspiele konzipiert sind und Schulstoff spielerisch erfahrbar machen.

Schlauberger – Lernen neu gedacht weiterlesen
Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

Erfolg ade? Bildung und das Paradoxon der „0%-Methode“

Die 0% Methode

Buchrezension

Die 0%-Methode – Ein Buch gegen den Selbstoptimierungswahn oder doch nur ein weiterer Ratgeber?

In einer Welt, die von Selfcare und Achtsamkeit geprägt ist, setzt Die 0%-Methode – Mit maximalem Aufwand zu keinerlei Erfolg einen radikalen Kontrapunkt: Hier werden Prokrastination, Scheitern und Müßiggang zur Kunstform erklärt. Unter den Pseudonymen Astrid Scheib und Robin Däutel entlarven die Autoren mit satirischem Biss unser Streben nach Perfektion und zeigen auf, wie gezieltes Versagen als Protest gegen gesellschaftliche Normen verstanden werden kann.

Erfolg ade? Bildung und das Paradoxon der „0%-Methode“ weiterlesen
Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

Jugendliche entwickeln App für die Schulorga

Bereits im Februar wurde ich angefragt, ob ich auf meinem Blog nicht einmal die App “studypilot” vorstellen möchte. Nach ein paar Monaten hat das jetzt geklappt.

studypilot ist eine App, die den Anspruch hat, dass man allein mit ihr und seinem Tablet in der Schule arbeiten kann. Dafür gibt es diverse Funktionen, wie einen Stundenplan oder Notizen. Entwickelt wurde die App von den Schülern Moritz, Julian und Joshua. Während Corona wuchs die Idee heran, weil es noch keine App gab, die gleichzeitig hochwertig und einfach zu bedienen war, und dazu alle relevanten Funktionen aufwies.

Bevor wir näher auf die Philosophie des Unternehmens blicken, das die jungen Entwickler – mittlerweile zu viert – betreiben, kommt erst einmal eine Vorstellung der App und ein kleiner Test ihrer Funktionen. Verfügbar ist sie für alle Android-, und iOS-Tablets und auch für Windows-PCs.

Der App-Test

Für meinen App-Test bekomme ich einen Test-Account gestellt, mit dem ich mir sehr schnell das Programm herunterladen kann. Die erste Erkundungstour gab es für mich auf dem Windows-PC. Aber gerade Schüler*innen, die mit Tablet und Stift arbeiten, sollen von studypilot profitieren.

Was mit gleich zu Beginn auffällt – studypilot ist sehr übersichtlich. In der Startseite werden neben der Begrüßung das Datum, wichtige Notizen, Aufgaben und der Stundenplan für den Tag angezeigt.

Die Startseite ist wie die ganze App sehr übersichtlich gestaltet

Die Notizfunktion ist im Wesentlichen fürs Tablet mit integriertem Stift nützlich. Hier kann man alles aufschreiben, was im Unterricht dokumentiert werden muss, ob Tafelbild oder Hausaufgabe. Eine Funktion, um auch mit Tastatur schreiben zu können, wird noch entwickelt, man kann sie bereits testen. Die Einstellungen sind sinnvoll, vom Blatthintergrund über die Blattgröße bis zur Schriftfarbe ist alles möglich. Eine klassische Funktion also für alle, die mit dem Tablet arbeiten. Weitgehend ohne Experimente, sehr hilfreich.

Der Reiter Aufgaben ist der Ort, an dem Hausaufgaben aufgeschrieben werden können. Eine neue Aufgabe ordnet man dem Schulfach zu und wählt einen Zeitraum aus, in dem sie erledigt werden muss. Dann wird der zu erwartende Aufwand eingetragen. Alle Aufgaben werden nach dem Speichern angezeigt, nach Dringlichkeit sortiert. Mit einem Klick wird eine Aufgabe als “in Bearbeitung”, oder “abgeschlossen” markiert.

Im Kalender können Termine eingetragen werden. Die Ferien werden nach dem jeweiligen Bundesland importiert. Auch hier gibt es Titel und Beschreibung. Dann muss man nur noch Farbe und Zeitraum einstellen. Seine Termine kann man sich dann in der Tages- und Wochenansicht anzeigen lassen. Die “Übersicht” zeigt die nächsten Termine an.

Der Stundenplan kann individuell angepasst werden, auch mit A- und B-Wochen

Einen digitalen Stundenplan hat studypilot auch. Die Fächer, die man in den Einstellungen bearbeiten kann, lassen sich direkt in die entsprechenden Zeiten ziehen. Auch wochenspezifische Stundenpläne sind möglich.

Die wohl hilfreichste Funktion sind die Noten. Diese können, sortiert nach Fächern, eingetragen werden. Natürlich trägt man auch die Gewichtung der jeweiligen Note ein. Den Schnitt bekommt man dann sofort angezeigt.

Wer neue Funktionen ausprobieren möchte, die noch nicht fertig entwickelt sind, kann sie im Labor aktivieren und austesten. So kann man in der Early Access schon mit Tastatur schreiben.

Fazit

Das wichtigste Fazit – studypilot macht nichts neu. Aber das muss es auch gar nicht! Die Funktionen sind wirklich einfach zu bedienen, und es fehlt an Nichts im Schulalltag. Dazu kommt, dass die App vollkommen kostenlos ist und ohne Werbung auskommt.

Mein Gespräch mit den Entwicklern von studypilot

Nach meinem App-Test hatte ich Gelegenheit, mit drei der vier Entwickler zu sprechen. Die ursprüngliche Idee kam Moritz im Sommer 2021. Damals waren wir mitten in der Coronapandemie, und der Unterricht musste digitaler werden. So wurden auch Tablets zugelassen, und Moritz suchte nach passenden Apps dafür. Sein Ergebnis: ja, es gab Apps, aber entweder waren sie zu kompliziert, oder sie hatten nicht alle nötigen Funktionen. Deswegen entwickelte er sich einfach eine eigene App, holte seine Freunde Joshua und Julian ins Boot, und gemeinsam entstand die Idee, das Projekt professionell aufzubauen, von Schülern für Schüler*innen.

Von einer Idee zum eigenen Unternehmen

Das erste Jahr wurde also fleißig entwickelt. Dabei greifen die Entwickler auf eine Vielzahl von Open-Source-Angeboten zurück, ohne die ein Projekt, wie dieses für vier Jugendliche nicht umsetzbar wäre. Im Sommer 2023 stand dann fest, dass die App offiziell released werden konnte. Um professionell zu sein, kooperierte man mit einem Unternehmen, ohne das die Gründung nicht möglich geworden wäre. Und im Juli 2023 saßen Moritz und Jan, beide frisch 18 geworden, dann beim Notar und unterschrieben den Gesellschaftervertrag für die “studypilot UG”. Mittlerweile hatte die App immer mehr an Usern gewonnen, und auch eine Feedbackseite war eingerichtet. Zu den organisatorischen Aufgaben zählte bald auch die Zusammenarbeit mit dem Anwalt des Unternehmens, um noch besser in Sachen Rechtsfragen gewappnet zu sein. Aber auch designtechnisch machte studypilot weiter Fortschritte. Die vier stellten sich Investor*innen und anderen Unternehmensgründer*innen vor, nahmen Beratung in Anspruch.

Ab in die Zukunft

Und wie geht es in die Zukunft? Bis jetzt hat studypilot noch keinen Gewinn erwirtschaftet, und das gewollt. Schließlich soll die App dazu da sein, um den Schüler*innen im Alltag zu helfen. Zukünftig ist aber geplant, eine Premiumversion einzurichten. Das Prinzip dabei: alles was für den Schulalltag nötig ist, bleibt kostenlos. Zusätzliche Funktionen hinter der Premiumschranke geben dann einen zusätzlichen Produktivitäts-Boost.

Engagement statt Profit

Spricht man mit den Entwicklern, dann fällt auf – Geld, Ruhm, Aufmerksamkeit ist nicht das, was sie wollen. Ihr Ziel ist es einfach, Digitalisierung an Schule voranzubringen. Deshalb wollen sie zukünftig auch mehr mit Schulträgern oder sogar Ministerien zusammenarbeiten. Denn studypilot ist nicht revolutionär, sondern einfach eine simple, eingängige Lösung für den Schulalltag. Tools aus anderen Apps werden übernommen, immer mit dem Anspruch, sie noch besser zu machen. Die Datenschutzstandards sind dabei höher als die der Konkurrenz, sodass einer Kooperation mit Schulträgern nicht mehr viel im Wege steht.


*Alle Bilder sind Screenshots aus der Laptopversion der App “studypilot”

Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

Bildungsziele zur Europawahl

Am 9. Juni findet in Deutschland die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Unter den 34 großen und kleinen, etablierten und neuen Parteien sind auch welche, die Bildung zum europäischen Wahlkampfthema machen wollen.

Eins meiner Hobbies ist das Radio machen. Alle vier Wochen betreibe ich auf dem nichtkommerziellen Bürgerradio Radio Rheinwelle in Wiesbaden meine Sendung “youth@home”. Und zur Europawahl habe ich 24 Parteien zu ihren Zielen befragt. Die Bildungsziele, die dabei herausgekommen sind, möchte ich hier vorstellen. Das Ziel des Beitrags? Vorzustellen, was die Politik gerade von Bildung denkt. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich keine Wahlwerbung machen.

“Europäische Perspektiven stärken”

Die SPD hat sich in ihrem Wahlprogramm das Ziel gesetzt, dass jeder Jugendliche bis 25 mindestens einen Auslandsaufenthalt gemacht haben sollte. Ob mit der Schule, dem Verein oder privat – so soll Europa jungen Menschen nähergebracht werden, ganz unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Möglich werden soll dies mit einer Förderung des Schulprogramms “Erasmus+”. Lehrkräfte können jetzt schon online geplante Auslandsaufenthalte zwischen 2 und 30 Tagen einreichen, die dann von der Europäischen Union finanziell unterstützt werden.

“Bildungssystem modern und digital”

Von Natur aus eng mit dem Thema Lernen verbunden ist die Partei der Humanisten. Ihr Ziel ist es, Politik auf Basis der Wissenschaft zu machen, also rational und faktenbasiert. Nur aus den Fakten, nicht aus Ideologie entwickelt die Partei ihre jeweilige Position. Religionsunterricht will die Partei abschaffen und ihn durch verpflichtenden Ethikunterricht ersetzen. Schule soll allgemein in einem individuellen Lerntempo passieren, mit freien Lernzielen und hoher Digitalisierung. Außerdem soll Bildungspolitik bundesweit vereinheitlich werden. Man stelle fest – das alles hat erstmal wenig mit Europa zu tun. Und neu ist das alles auch nicht, was erst einmal nur eine Beobachtung ist.

“Kein Militär an Schulen”

Eine von mehreren extrem linken Parteien bei der Europawahl, die “Sozialistische Gleichheitspartei”, forderte im Interview ganz klar, dass es Jugendoffizieren der Bundeswehr verboten werden solle, in der Schule fürs Militär zu werben. Hintergrund: immer mehr Jugendoffiziere informieren für die in Vorträgen Schüler*innen über die Bundeswehr. An Schulen ist das bereits seit 1958 gang und gäbe, obwohll nicht in allen Bundesländern erlaubt1. Die SGP sieht darin klare Werbung und möchte auch Verteidigungsbildung in der Schule mit allen Mitteln verhindern.

“Mehr Medienbildung & politische Bildung”

Einen ganz ähnlichen Ansatz wie die Partei der Humanisten verfolgt die Partei des Fortschritts. Sie möchte politische Diskussionen immer vom Thema her denken und verortet sich ganz klar nicht im politischen Links-Rechts-Spektrum. Die PdF will Medienbildung im digitalen Zeitalter fördern. Politische Bildung soll – neben bestehenden Fächern wie “Politik und Wirtschaft” oder “Sozialkunde” ein eigenes Schulfach werden. Erasmus+ will die Partei auf soziale Tätigkeiten hin ausbauen.

“Aus-bildung stärken”

Zwei größere Parteien, die inhaltlich generell nicht weit auseinanderliegen, stimmen auch bei einem europäischen Bildungsthema überein – der Anerkennung von Berufsabschlüssen. Diese sollen international vereinfacht werden, um den europäischen Wirtschaftsraum zu stärken und innereuropäische Migration zu vereinfachen.

Wenn ich auf die Bildungsziele der Parteien blicke, stelle ich fest- wirklich neu ist wenig, Innovation kann mit einigen der Ziele aber durchaus erreicht werden. Meiner Ansicht nach hätte es diese Forderungen genau so auch bereits vor zehn Jahren geben können, sie wären genauso wie jetzt im Hintergrund versandet angesichts scheinbar unendlich wichtigeren Themen. Was damals Wirtschaftskrise war, ist heute Migration und Ukraine-Krieg. Trotzdem finde ich es interessant, welche unterschiedlichen Ansichten die Parteien auf das Thema Bildung haben. Sicherlich gäbe es noch viel mehr Ziele. Aber all das wurde mir während 10-Minten-Interviews persönlich gesagt. Ein entscheidender Faktor, was die Relevanz für die Parteien angeht.


Titelbild: erstellt mit Canva,

Bildquellen für Titelbild-Elemente:

https://shop.spd.de/mein-spd-shop/de/shop/aktuelles/euw2024/euw2024-pl/ https://www.gruene.de/artikel/machen-was-z%C3%A4hlt-unsere-motive-zur-europawahl-2024 https://www.wsws.org/de/articles/2023/01/11/plak-j11.html https://www.shop.cdu.de/Plakat-Set-EW-Papierplakate/EW-810-P-Set https://www.pdh.eu/werbemittelshop/

Logos: Website der Bundeszentrale für politische Bildung

  1. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundeswehr-schule-jugendoffizier-100.html ↩︎